2. August 2021

Reframing – Der Zauber in der Sprache!

Ob etwas gut oder schlecht ist, hängt oft von der Betrachtungsweise ab.

Wussten Sie, dass bei uns Menschen, bevor wir uns über eine Entscheidung oder ein Urteil bewusst sind, unser Unbewusstes dieses schon längst gefällt hat? Bildgebende Verfahren in der Gehirnforschung haben dies klar gezeigt.

Basis für diese Entscheidungen sind Erfahrungen und Regeln, die wir in unserem Leben erworben haben. Ob Sie also eine Begebenheit als positiv oder negativ einschätzen, liegt daran, wie Sie diese Sache erfahren oder erleben. Sie versehen sie dann mit einem „Frame“, einem Rahmen, und betrachten sie anschließend in diesem Rahmen.
Der römische Philosoph Epiktet hat es so ausgedrückt: „Es sind nicht die Dinge, die uns beunruhigen, sondern die Bedeutungen, die wir ihnen geben“

Aus dem Neurolinguistischen Programmieren (NLP) stammt eine Methode, die Reframing genannt wird und soviel bedeutet wie einer Sache einen neuen Rahmen zu geben, um dieser so eine positive Seite abzugewinnen.

Informationen zur Kommunikationsmethode NLP finden Sie hier. 

Der Nutzen von Reframing

Reframing können Sie vor allem nutzen, um den Umgang mit Verhaltensweisen zu verbessern, die Sie als störend erleben. Wenn Sie ein Verhalten mit einem neuen Rahmen versehen oder in einen anderen Kontext setzen, können Sie es neu bewerten. So können Sie zum Beispiel eigene Schwächen „reframen“ und dadurch in Vorteile verwandeln. Das geschieht dadurch, dass man Ereignisse oder Informationen in einem anderen Zusammenhang darstellt.

Reframing verwandelt die Klageform: „Es macht mich zu …..“ „Ich bin zu……“ „Es ist zu…..“ in die Aussage: „Dein sogenanntes Problem ist in Wahrheit eine Ressource.“

Beispiele sind:
„In diesem Chaos findet man wirklich nichts. Wie hältst du das nur aus?“ „Ordnung ist auch nur eine mögliche Anordnung im Chaos!“
„Das Leben ist kein Wunschkonzert.“ „Wenn es eines wäre, welche Musik würdest du bestellen?“

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Negativer Rahmen (Frame) und das Reframing
Ist der Rahmen (Frame) negativ, kann Ihnen dies das Leben schwer machen, vor allem, wenn das Ergebnis Ihnen nicht gut tut. In diesem Fall kann die Methode des „Reframings“ helfen, mehr Lebensfreude und Leichtigkeit zu gewinnen.
Immer wenn Sie zum Beispiel bestimmte Gedanken stören, lähmen oder Sie davon abhalten, aktiv Ihren Weg zu gehen, können Sie das Reframing nutzen. Ihre Reaktionen auf Situationen oder Ereignisse sind oft unbewusst. Sie werden verursacht durch externe Auslöser, die bei Ihnen schlechte Laune, Wut, Frust oder Langeweile erzeugen. Durch ein gutes Reframing haben Sie die Chance, diese Reaktionen bewusst zu beeinflussen.

Bestimmen Sie selbst welcher rahmen für welchen Inhalt richtig ist.

Ihre Entscheidung zum Besseren
Entscheiden Sie sich, ob die Umstände Sie beeinflussen sollen oder Sie selbst die Umstände gestalten.
Natürlich können Sie nicht alles im Leben beeinflussen. Reframing bedeutet nicht, die Welt durch eine rosarote Brille zu sehen und alles schön zu reden. Vieles geschieht einfach und Sie können tatsächlich nur reagieren. Was Sie aber immer mitbeeinflussen können, ist die Art, wie Sie reagieren und sich dann verhalten. Diese Erkenntnis führt zu dem, was wir heute Resilienz nennen und was so viel bedeutet, wie funktionierendes Immunsystem der Psyche. Sie vergrößern den Gestaltungsraum, den Sie für ein glückliches Leben benötigen.

Das halbvolle und halbleere Glas
Sicherlich kennen Sie die Geschichte mit dem halb leeren und dem halb vollen Glas. Sie können bedauern, dass die Hälfte getrunken ist oder sich darüber freuen, dass noch die Hälfte auf Sie wartet. Es gibt auch noch eine dritte Sichtweise, denn man könnte auch sagen: „Das Glas ist ganz voll. Zur einen Hälfte mit Luft, zur anderen mit Wasser.“ Immer ist Ihre eigene Sichtweise, die bestimmt, ob Sie in ein und derselben Situation frustriert sind oder sich sogar freuen können.

Wenn Sie sich über Kleinigkeiten stundenlang aufregen, wenn Ihnen immer wieder die gleichen negativen Gedanken zu einer misslungenen Situation kommen, Sie sich vielleicht selbst beschimpfen, dann raubt Ihnen das viel Energie und verdirbt Ihnen den Tag. Wenn Sie sich also unverhältnismäßig intensiv oder lange mit Problemen beschäftigen, dann sollten Sie es einmal mit dem reframen versuchen.

Wechseln Sie die Perspektive.
Wechseln Sie in solchen Situationen die Perspektive, betrachten Sie es durch eine andere Brille oder verändern Sie Ihren Standpunkt. Tauschen Sie den Rahmen aus oder versuchen Sie, einer Sache eine andere Bedeutung zu geben. Ändern Sie Sichtweise und Zusammenhang, dann finden Sie auch Ihre Lösung.

Ein Problem muss nicht immer ein Problem sein. Es kommt auf das Umfeld und den Zusammenhang an.

Ein Problem muss nicht immer ein Problem bleiben.
Ein Problem muss nicht immer ein Problem sein. Es kommt auf das Umfeld und den Zusammenhang an. Finden Sie ein Umfeld, in dem Ihr Problem kein Problem mehr ist und es kann sogar zu einer Stärke werden!

Lernen Sie zu reframen.
Wie können Sie lernen, unangenehmen Ereignissen einen positiven Rahmen zu geben?
Zunächst treten Sie innerlich einen Schritt zurück und schauen Sie, was gut sein könnte an der Angelegenheit. Fragen Sie sich: „Was könnte an dieser Sache positiv sein?“ Hier ist Kreativität gefragt und die Fähigkeit, „über den alten Tellerrand“ zu blicken.
Fragen Sie sich weiter: „Wie könnte ich dieses Verhalten nennen, wenn ich es in positive Worte kleiden würde?“ „Gibt es einen anderen Rahmen, in welchem mich diese Verhaltensweise nicht stört?“
Versuchen Sie einmal, wie es ist, in Problemen Herausforderungen oder im Scheitern das Sammeln von Erfahrung zu sehen.

3 Beispiele für erfolgreiches Reframing
Ich möchte Ihnen drei Beispiele für ein Reframing geben.
Beispiel 1: Bei einer Person, die sich als stur und unflexibel empfindet, könnten Sie fragen: „Gibt es Situationen, wo diese Unbeugsamkeit und Hartnäckigkeit hilfreich war?
Beispiel 2: Henry Ford soll einem jungen und talentierten Mitarbeiter, der durch einen Managementfehler eine große Summe in den Sand gesetzt hatte und daraufhin fürchtete, seinen Job zu verlieren, erwidert haben: „Machen Sie Witze? Ich habe soeben mehrere hunderttausend Dollar in Ihre Ausbildung investiert und ich bin mir sicher, dass sich diese Investition auszahlen wird.“
Beispiel 3: Der bekannte Fussballtrainer Otto Rehagel antwortete auf die Frage, ob es ihm nicht auf die Nerven ginge, so divenhafte, komplizierte Spieler zu haben: „Spieler, die mir keine Probleme machen, kann ich nicht gebrauchen, die machen dem Gegner ja auch keine!“

So verbessern Sie Ihr Leben durch Reframing.
Zum Schluss möchte ich Sie zu einer kleinen Übung einladen, die Ihnen helfen wird, einige unerfreuliche Umstände in Ihrem Leben durch Reframing zu verbessern.

Verbessern Sie Ihr Leben durch Reframing.
  1. Denken Sie einmal an Dinge und Situationen in Ihrem Leben, in denen Sie sich gut fühlen, die Ihnen als gelungen erscheinen oder in denen Sie das Gefühl haben, dass es so richtig ist. Am besten schreiben Sie sich alles auf. Was bereitet Ihnen Freude, was macht Sie stolz, wo fühlen Sie sich wohl?
  2. Machen Sie sich klar, wie Sie das, was Sie in 1. gefunden haben, erleben. Welche Bedeutung hat es, in welchem Rahmen und mit welcher inneren Haltung nehmen Sie diese guten Erlebnisse wahr?
  3. Suchen Sie nun eine oder mehrere Situationen, in denen Sie sich nicht so gut fühlen, die Sie ärgern oder frustrieren. Schreiben Sie auch hier auf, was Sie gefunden haben.
  4. Nehmen Sie nun die innere Haltung bei der Betrachtung ein, die Sie in 2. gefunden haben Untersuchen Sie nacheinander die negativen Erlebnisse und geben ihnen eine neue Bedeutung, indem Sie die positive Seite finden und dadurch der Sache einen neuen Rahmen schenken. So erweitern Sie Ihre Möglichkeiten, aus den unangenehmen Umständen Ihres Lebens Energien zu gewinnen.
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Der Lebens-Ziele Coach

Wolfgang Brylla ist seit mehr als 20 Jahren Systemischer Coach, Lehrtrainer und Lehrcoach tätig. Er bietet Online-Coachings und Präsenz-Coachings an.

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